Tauchsafaris auf Galápagos gehören für viele Taucher zur absoluten Bucketlist – und das aus gutem Grund. In diesem Reisebericht nehme ich dich mit nach Ecuador und Galápagos: zu Hammerhaischulen vor Wolf Island, Mola Molas vor Isabela, Marine Iguanas unter Wasser und vielen weiteren unvergesslichen Begegnungen in einer der spektakulärsten Tauchdestinationen der Welt.
Start in Quito – Kultur, Geschichte und Äquator-Erlebnisse
Meine Reise begann mit drei Nächten in Quito, der auf über 2.800 Metern gelegenen Hauptstadt Ecuadors. Bereits bei meiner Ankunft wurde ich herzlich von meinem Guide empfangen, der mich in den kommenden Tagen begleiten sollte – ein gelungener Start in diese besondere Reise.
Am nächsten Morgen zeigte sich Quito von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein und klare Sicht auf die umliegenden Anden. Unser erster Stopp war das berühmte Mitad del Mundo Museum, direkt auf dem Äquator. Hier erfuhr ich nicht nur Spannendes über die Äquatorlinie, sondern konnte auch selbst kleine Experimente ausprobieren – ein interaktives Erlebnis, das definitiv in Erinnerung bleibt.
Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt ein. Von hier aus wurde mir die beeindruckende Größe dieser weitläufigen Hauptstadt noch einmal bewusst.
Anschließend tauchten wir in die historische Altstadt von Quito ein, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Zwischen prachtvollen Kirchen, kolonialen Gebäuden und lebendigen Plätzen lernte ich die Geschichte Ecuadors näher kennen. Ein Museumsbesuch vertiefte dieses Bild und gab spannende Einblicke in die Vergangenheit des Landes.
Da mein Aufenthalt auf das Karnevalswochenende fiel, herrschte eine ganz besondere Atmosphäre: Die Straßen waren erfüllt von Musik, ausgelassener Stimmung und feiernden Menschen, die sich gegenseitig mit Schaum besprühten. Nach einem späten, typisch ecuadorianischen Mittagessen zog ich mich am Nachmittag ins Hotel zurück – genau rechtzeitig, als der Regen einsetzte.



Cotopaxi Nationalpark – Wanderung am Vulkan
Am nächsten Morgen starteten wir früh in Richtung Cotopaxi Nationalpark, Heimat eines der höchsten aktiven Vulkane der Welt. Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner raueren Seite – wolkenverhangen und immer wieder von Regen begleitet.
Doch vor Ort wurden wir belohnt: Für einen kurzen Moment riss die Wolkendecke auf und gab den Blick auf den majestätischen Cotopaxi frei – ein beeindruckender Anblick.
Vom Parkplatz aus begann unsere Wanderung hinauf zum Basecamp und sogar weiter bis zum Rand des Gletschers. Dass ich am Äquator einmal durch Schnee wandern würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Nach diesem besonderen Erlebnis stärkten wir uns bei einem Mittagessen im einzigen Restaurant des Nationalparks, bevor es zurück nach Quito ging.



Galápagos Tauchsafari – Ein Lebenstraum wird wahr
Am nächsten Tag begann der wohl spektakulärste Teil meiner Reise: mein Flug auf die Galápagos-Inseln.
Nach der Landung auf San Cristóbal wurde ich direkt vom Cruise Director der Galápagos Master empfangen. Schon am Pier warteten die ersten Bewohner der Inseln auf uns – neugierige Seelöwen, die uns lautstark begrüßten.
Nach einem kurzen Transfer per Panga begann mein Abenteuer auf See. An Bord erwartete uns nicht nur ein professionell organisierter Tauchbetrieb, sondern auch eine außergewöhnlich herzliche Crew, die sich während der gesamten Reise mit viel Engagement um unser Wohl kümmerte. Das Schiff selbst überzeugte mit großzügigen Kabinen und viel Platz an Deck – ideal, um zwischen den Tauchgängen zu entspannen und die vorbeiziehende Inselwelt zu genießen. Auch kulinarisch ließ die Reise keine Wünsche offen: abwechslungsreiche, frisch zubereitete Mahlzeiten machten jeden Tag auch an Bord zu einem Genuss.
Bereits am ersten Tag stand ein Check-Dive auf dem Programm, bevor wir Kurs auf die ersten Tauchgebiete nahmen.
Einer der ersten Stopps am nächsten Tag führte uns nach North Seymour. Nach einem morgendlichen Tauchgang ging es gemeinsam mit einem Guide des Nationalparks an Land. Während unseres Spaziergangs konnten wir Fregattvögel und Land- sowie Marineleguane aus nächster Nähe beobachten und erfuhren viel über die einzigartige Flora und Fauna der Insel. Dieser Landgang war eine perfekte Ergänzung zu den Tauchgängen und zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig eine Galápagos-Reise ist.
Anschließend folgte ein weiterer Tauchgang im Itabaca-Kanal, bevor das Schiff Kurs auf die legendären Tauchspots rund um Darwin und Wolf Island nahm – den Höhepunkt der Tauchsafari.
Tauchen auf Galápagos – Geduld, Naturgewalten und große Momente
Die Erwartungen an die Tauchgänge rund um Darwin und Wolf waren hoch – schließlich zählen sie zu den besten Tauchspots der Welt für Begegnungen mit Hammerhaien und Galápagoshaien.
Zunächst machte uns die Natur jedoch einen Strich durch die Rechnung. Trotz intensiver Suche blieben die großen Haischulen zunächst aus. Doch die Unterwasserwelt zeigte sich dennoch beeindruckend: Seelöwen, Delfine und zahlreiche Schildkröten begleiteten uns bei unseren Tauchgängen.
Die Wende kam schließlich bei Wolf Island. Mit stärkerer Strömung und kühlerem Wasser stiegen auch unsere Hoffnungen – und wurden nicht enttäuscht. Zunächst tauchten einzelne Haie auf, dann immer mehr… bis schließlich eine riesige Schule von Galápagoshaien und Hammerhaien an uns vorbeizog. Ein Moment, der sich kaum in Worte fassen lässt und alle Enttäuschungen der vorherigen Tauchgänge sofort vergessen ließ.
Auch der folgende Tag hielt außergewöhnliche Begegnungen bereit. Besonders eindrucksvoll war die Begegnung mit den Mola Molas (Mondfischen), die wir aus nächster Nähe beobachten konnten. Ebenso faszinierend war das Schnorcheln mit den Marine Iguanas, die unter Wasser nach Nahrung suchten – ein ebenso ungewöhnliches wie beeindruckendes Erlebnis.
Darüber hinaus begegneten wir an diesem Tag auch einigen der besonderen und teils endemischen Arten, für die die Galápagos-Inseln bekannt sind. Dazu gehörten unter anderem der auffällige Red-Lipped Batfish mit seinen leuchtend roten „Lippen“ sowie der seltene Galápagos Searobin – zwei Arten, die man so nur hier findet und die einmal mehr die Einzigartigkeit dieses Ökosystems unterstreichen.
Jeder Tauchgang brachte neue Überraschungen mit sich und machte deutlich, warum die Galápagos-Inseln zu den besten Tauchdestinationen der Welt zählen.
Neben den spektakulären Tauchgängen bot die Tauchsafari auch an Land unvergessliche Erlebnisse. Ein besonderes Highlight war der Ausflug ins Hochland von Santa Cruz, wo wir eine Farm besuchten, auf der die berühmten Galápagos-Riesenschildkröten in freier Natur leben. Während eines Rundgangs über das Gelände konnten wir die beeindruckenden Tiere aus nächster Nähe beobachten und erfuhren viel über ihren Lebensraum und die Schutzmaßnahmen vor Ort – ein faszinierender Einblick in die Welt dieser ikonischen Bewohner der Inseln.



Santa Cruz & Isabela – Natur pur im Landprogramm
Nach der intensiven Tauchsafari setzte ich meine Reise an Land fort und war gespannt darauf, die Galápagos-Inseln noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.
Mein erster Morgen auf Santa Cruz begann entspannt mit einem vielseitigen Frühstück auf der Dachterrasse meines Hotels, dem Ikala Galapagos Hotel. Für diesen Tag stand ein Ausflug zur Insel Santa Fe auf dem Programm, einer Insel, die für ihre endemischen Santa-Fe-Iguanas bekannt ist.
Bereits bei der Ankunft wurden wir in einer traumhaften, geschützten Bucht von einer Gruppe lautstarker Seelöwen begrüßt. Das glasklare Wasser und die ruhige Kulisse machten sofort deutlich, dass uns hier ein besonderer Tag erwartete. Während eines etwa einstündigen Spaziergangs über die Insel erklärte uns unser Guide viel über die einzigartige Flora und Fauna. Besonders beeindruckend waren die großen Kakteen, unter denen die charakteristischen, blassgelb gefärbten Santa-Fe-Iguanas leben.
Im Anschluss ging es zurück ins Wasser – und wir schnorchelten gemeinsam mit verspielten Seelöwen und entspannt dahingleitenden Schildkröten durch die Bucht. Ein Erlebnis, das nicht nur landschaftlich, sondern auch tierisch zu den Highlights des Landprogramms zählte. Zurück an Bord stärkten wir uns bei einem Mittagessen, bevor es am Nachmittag wieder zurück nach Puerto Ayora ging, wo ich den Tag entspannt ausklingen ließ.
Am nächsten Morgen ging es früh weiter: Mit der Schnellfähre machte ich mich auf den Weg nach Isabela Island, der größten und ursprünglichsten Insel des Archipels. Dort angekommen wurde ich direkt in mein Hotel am Strand gebracht. Direkt am Strand bot sich ein faszinierender Anblick – zahlreiche Marine Iguanas, die im Sand ihre Nester für die Eiablage gruben.
Am Nachmittag stand der Ausflug zu den kleinen vorgelagerten Inseln von Las Tintoreras auf dem Programm. Auch wenn das Wetter sich hier von seiner weniger freundlichen Seite zeigte und es in Strömen regnete, ließ ich mir die Stimmung nicht verderben. Während eines kurzen Landgangs erfuhren wir viel über das Verhalten der Iguanas und konnten sogar ihre Nester und Eier sehen. Besonders spannend war ein schmaler Kanal, in dem sich Weißspitzen-Riffhaie aufhielten – einige davon konnten wir später auch beim Schnorcheln entdecken, ebenso wie Rochen, Schildkröten und zahlreiche bunte Fische.
Der nächste Tag auf Isabela begann aktiv: Eine Wanderung zum Vulkan Sierra Negra, einem der größten und aktivsten Vulkankrater der Welt, stand auf dem Programm. Der Weg führte uns entlang des beeindruckenden Kraterrandes bis hin zu den aktiven Schwefelfeldern – ein intensives Erlebnis, nicht zuletzt wegen des markanten Geruchs, der uns dort begleitete. Im Anschluss besuchten wir einen Lavatunnel und eine kleine Öko-Farm, auf der wir frisches, lokales Obst probieren konnten. Die Tour endete mit einem leckeren Mittagessen am Strand.
Zurück auf Santa Cruz nutzte ich die Zeit für einen Besuch der berühmten Tortuga Bay. Nach einem etwa 30-minütigen Spaziergang durch die trockene Vegetation erreicht man zunächst einen weitläufigen Strand, der vor allem bei Surfern beliebt ist. Doch erst nach einem weiteren kurzen Weg eröffnet sich die eigentliche Bucht – ruhig, geschützt und von Mangroven gesäumt. Hier verbrachte ich mehrere Stunden, schnorchelte immer wieder im klaren Wasser und beobachtete Schildkröten sowie Marine Iguanas, die sich scheinbar unbeeindruckt zwischen den Besuchern bewegten.
Ein weiterer Programmpunkt war die Charles Darwin Forschungsstation, wo ich spannende Einblicke in den Schutz der Riesenschildkröten erhielt. Die Arbeit vor Ort verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig nachhaltiger Tourismus und aktiver Naturschutz für den Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems sind.
Ein krönender Abschluss meines Landprogramms war der Tagesausflug nach Bartolomé Island. Schon die Bootsfahrt dorthin hatte es in sich – plötzlich tauchte eine große Schule Delfine neben unserem Boot auf und begleitete uns ein Stück des Weges. Auf der Insel selbst führte uns ein Pfad hinauf zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte der Galápagos-Inseln. Von oben bot sich ein spektakulärer Blick auf die markante Vulkanlandschaft, die fast wie eine Mondlandschaft wirkte.
Nach der Wanderung erkundeten wir die Umgebung per Panga und entdeckten neben Blaufußtölpeln sogar Galápagos-Pinguine. Beim anschließenden Schnorcheln entlang der Küste zeigte sich die Unterwasserwelt ein letztes Mal von ihrer beeindruckenden Seite, bevor wir am Nachmittag nach Santa Cruz zurückkehrten.




Fazit: Ecuador & Galápagos – Eine Reise für die Bucketlist
Diese Reise vereint auf einzigartige Weise die kulturelle Vielfalt Quitos, die beeindruckende Naturkulisse des Cotopaxi Nationalparks und die spektakuläre Unterwasserwelt der Galápagos-Inseln – ergänzt durch eine Tierwelt, die weltweit ihresgleichen sucht.
Die Galápagos-Inseln sind kein Reiseziel, das man einfach nur besucht – man erlebt sie mit allen Sinnen. Ob über oder unter Wasser: Jede Begegnung mit der einzigartigen Natur wirkt intensiv und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Für Taucher, Naturliebhaber und Abenteurer gleichermaßen ist diese Reise ein absolutes Highlight.
Für mich war es eine Reise, die nicht nur meine Erwartungen erfüllt, sondern weit übertroffen hat – geprägt von besonderen Momenten, beeindruckenden Naturerlebnissen und unvergesslichen Begegnungen. Eine echte Bucketlist-Reise, die noch lange nachwirkt.
Viele Grüße
Lisa Steinacker
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